Politik und Wirtschaft
Die Vernetzung von Politik und Wirtschaft ist unübersehbar.
Da Politiker nichts produzieren, können ihre Einkünfte nur aus den, durch die
Wirtschaft erzeugten, staatlichen Einnahmen entstehen. Nebeneinkünfte sind an
sich unerheblich, da es dem Markt zu überlassen ist, welchen Wert er den Worten
und Tätigkeiten einer Person beimisst.
Entscheidend ist wohl nur, welchen Beitrag die Politiker zur
gesamtgesellschaftlichen Entwicklung innerhalb ihrer Funktion und darüber
hinaus leisten. Die Politiker können mit ihren Entscheidungen nur soweit gehen,
wie es die Wirtschaft zulässt. Die
Wirtschaft benutzt die Politik im Gegenzug als Sprachrohr für ihre Wünsche und
Vorstellungen. Es ist und bleibt wie alles, ein Geschäft, bei dem es nach
Möglichkeit zu einer Win-Win Situation kommen soll. Die Bevölkerung fungiert als Zuschauer und
Ertragsbringer. Sie entscheidet sich bei Wahlen für die eine oder andere
Alternative, welche letztendlich auf denselben Voraussetzungen beruht und
denselben Zwängen unterliegt.
Überwiegt der politische Einfluss auf die Wirtschaft,
greifen Politiker massiv in den Wirtschaftskreislauf ein, ohne die
entsprechenden Kenntnisse und Informationen, tragen sie auch die Verantwortung
für die Ergebnisse. Es macht schon einen Unterschied, ob man nur den Rahmen
gestaltet oder auch gezielt in das Geschehen eingreift. Hierbei, wie überall
hängt es von den Zielen der Beteiligten ab, von ihren Erfahrungen und dem
gesammelten Wissen und dessen Einsatz, welche Ergebnisse erzielt werden.
In Ostdeutschland wurden bereits so viele Projekte, welche
von Politikern mit der Hoffnung auf wirtschaftliche Besserung unterstützt
wurden, in den Sand gesetzt, dass man sich nur noch die eine Frage stellt:
„Wann hört das auf?“. Politiker scheinen
zu verdrängen, dass die Finanz- und Kapitalwelt vor allem eines ist: gierig auf
Gewinne! Die Wirtschaft ist nicht nett, freundlich und hilfsbereit. Sie ist
ständig auf der Suche nach leichter Beute und fetten Erträgen. Es ist wie beim
Esel und der Möhre, hängt man ihm diese vor den Kopf, läuft er und läuft, ohne
sie jemals zu erreichen. Aber er behält die Aussicht und die Hoffnung. Er wird
ausgenutzt. Falsche Informationen, fehlerhafte Einschätzungen, ungenügende
Absicherungen vieler Aktivitäten im Hinblick auf den langfristigen Erfolg der
Wirtschaftsprojekte sind die Ursachen des Scheiterns. Irgendjemand gewinnt bei
diesen Abläufen immer, die Anzahl der Verlierer ist um einiges höher. Die
beteiligten Politiker hatten den guten Willen, sie wollten etwas für die
Region, für viele erreichen und dies zeichnet sie aus.
Einfacher haben es die Politiker, die sich um den Erhalt
gesunder und ruhiger Lebensräume für Mensch und Tier kümmern und den
wirtschaftlichen Status ihrer Region am liebsten nicht verändern wollen. Sie
können immer mit dem Wohlwollen der Wähler rechnen und entziehen sich jeglicher
Verantwortung im Hinblick auf das Scheitern von Neuansiedlungen
werteschaffender Wirtschaftseinheiten. Sie altern mit ihrer Region und bewirken
die allmähliche Abwanderung der arbeitsfähigen Bewohner in Richtung überlebenssichernder,
wirtschaftlich orientierter und lebendiger Zonen. Diese Zonen werden im Verlauf
der Jahrzehnte und im Zeitalter der Globalisierung nicht größer, sie verlagern
sich, sie entstehen neu, sie vergehen.
Die Politik muss aufgrund der ihr zur Verfügung stehenden
Informationen aus Wirtschaft und Gesellschaft vor allem eines sein, Ideengeber.
Wächter über das Wohl und Wehe der Gesellschaft im Ganzen und Schutzpatron der Schwächsten
innerhalb des Gefüges. Sie muss weit voraus denken und mit vielen Dingen
rechnen, die heute noch im Dunkeln liegen. Die Verringerung der Löhne und Gehälter, sowie die Absenkung der
Sozialausgaben in langjährigen Programmen gehören nicht zu den Glanzleistungen
der Politik. Solche Entscheidungen kann fast jeder treffen, der die Gesetze der
Märkte kennt. Ständig zu sagen, dass es schwierig wird und nicht mit Besserung
zu rechnen ist, ständig von Verbesserungen zu sprechen, obwohl sich nichts
verändert hat, führt auch nicht zum Ziel. Das Zurückschrecken vor tatsächlichen
Erneuerungen und wirtschaftlichen Umbrüchen, das Hinauszögern von
richtungsweisenden Entscheidungen ist eine rein menschliche Vorgehensweise, der
sich auch jeder einzelne der Gesellschaft gegenüber stehen sieht. Der Status Q
ist für viele der erstrebenswerteste Zustand. Erst durch den Druck der vielen,
unzähligen, äußeren Einflüsse sieht man sich gezwungen, Entscheidungen in die
eine oder andere Richtung zu treffen. Unter Druck getroffene Entscheidungen
führen oft in die falsche Richtung, da nicht alle Möglichkeiten durchgedacht
werden konnten und zu viele Einflussfaktoren unberücksichtigt bleiben. Zu
glauben, man sei der König der Welt, der Herr seiner selbst, nur weil man an
der Spitze der Fresskette steht, ist ein gewaltiger Irrtum. Man erhält die
Informationen, die man erhalten soll, man gibt das von sich, wovon man
überzeugt ist, dass die Mehrheit es hören möchte. Wer an der Spitze steht läuft
Gefahr, nur an sich selbst zu glauben und nur seine Wahrheit zu akzeptieren, er
vergisst Fragen zu stellen, da er alle Antworten zu kennen glaubt, er wird
ungerecht, da nur seine, auf eine Person ausgerichtete Gerechtigkeit für ihn
Bedeutung hat. Überheblichkeit und der falsche Glaube an die persönliche
Unfehlbarkeit sind die Folgen dieser Entwicklungen, deren Auswirkungen meist
andere zu spüren bekommen. Für diese Aussage können auch wieder unzählige
Beispiele aus den vergangenen Jahrhunderten als Beweise angeführt werden. Alles
steht im Zusammenhang, jedes öffentlich gesprochene Wort, jede öffentliche
Handlung, jede öffentliche Bewegung zieht endlos viele Entwicklungen nach sich.
Dies gilt es bewusster zu bedenken und im positiven Sinn einzusetzen.